Wer eine Kur im böhmischen Bäderdreieck plant, freut sich eigentlich über die kurzen Wege. Doch beim Blick auf die Fahrpreise vergeht einem die Laune. Das EgroNet-Ticket, das Regionen in Sachsen, Thüringen, Bayern und Tschechien verbindet, ist zum Symbol einer absurden Zwei-Klassen-Gesellschaft geworden.
Die bittere Wahrheit am Fahrkartenautomaten
Es ist dieselbe Schiene, derselbe Zug und dieselbe Strecke. Doch der Preis hängt davon ab, auf welcher Seite der Grenze man steht. Während man in Tschechien für ein Tagesticket weiterhin faire 200,– CZK (ca. 8,– €) zahlt, schlägt die deutsche Tarifpolitik gnadenlos zu: Hier kostet dasselbe Ticket mittlerweile stolze 32,– € pro Person.
Das bedeutet: Deutsche Fahrgäste zahlen das Vierfache!
Ein Vergleich, der fassungslos macht (Stand 2026):
| Personen | Preis in Tschechien (z.B. Franzensbad) | Preis in Deutschland (z.B. Gera) |
| 1 Person | ca. 8,– € | 32,– € |
| 2 Personen | ca. 12,– € | 40,– € |
Unser Tipp für clevere Kurgäste
Wir von Baeder.reisen können unseren Lesern unter diesen Umständen nur eines raten: Kaufen Sie das Egronet Ticket niemals in Deutschland! Es ist zu teuer und aktuell das DeutschlandTicket die bessere Alternative, sollten Sie Ihr Ticket nur in Deutschland beziehen wollen. Doch wie lange? Die CDU/CSU dreht fleissig an der Preisschraube und kauft lieber Panzer, statt sich für einen guten Nahverkehr einzusetzen.
Während der Kur: Sobald Sie in Tschechien sind, kaufen Sie Ihr EgroNet-Ticket am Schalter in Franzensbad (Františkovy Lázně), Eger (Cheb) oder Karlsbad. Nur dort erhalten Sie den echten Preis von rund 8,– € und können es für Ihre Ausflüge nutzen. Wenn Sie dann nach Plauen, Weiden, Hof oder Zwickau fahren, so erweist sich das EgronetTicket als wahres Schnäppchen.
Wichtig: Das Ticket muss am Reisetag gekauft werden, gilt den ganzen Tag über, und das Fahrrad fährt kostenlos mit.
Fazit: Die deutsche Politik spricht von Verkehrswende, treibt aber die Preise für grenzüberschreitende Mobilität in unverschämte Höhen.
Das ist Abzocke an Urlaubern und Kurgästen seitens der deutschen Politik.
Selbstverständlich bin ich aktiv und schreibe an das CDU geführte Sächsische Staatsministerium eine E-Mail:
Massive Preisdiskriminierung im ÖPNV: EgroNet-Ticket 32,– € (DE) vs. 8,– € (CZ)
Sehr geehrter Herr Staatsminister Dulig,
als Fachportal für den Gesundheitstourismus (baeder.reisen) wende ich mich heute mit einer dringenden Beschwerde zur Preisgestaltung des EgroNet-Tickets an Sie.
Es ist für unsere Leser und Kunden in keiner Weise mehr nachvollziehbar, warum ein grenzüberschreitendes Tagesticket bei einem Kauf in Sachsen oder Thüringen 32,– € kostet, während das identische Ticket nur wenige Kilometer weiter hinter der Grenze in Tschechien für ca. 8,– € (200 CZK) erhältlich ist.
Dieser Preisunterschied von 400 % ist eine faktische Diskriminierung deutscher Fahrgäste. Während Tschechien zeigt, wie attraktive Preise für den ländlichen Raum und den Tourismus funktionieren, scheint die deutsche Tarifpolitik die Menschen aktiv aus der Bahn und zurück ins Auto zu treiben. Besonders für Kurgäste, die auf den ÖPNV angewiesen sind, ist diese «Abzocke» ein fatales Signal.
Ich habe heute einen entsprechenden Beitrag veröffentlicht, der unsere Leser dazu aufruft, deutsche Fahrkartenautomaten zu meiden und ihre Tickets ausschließlich in Tschechien zu erwerben.
Wie bewerten Sie diese enorme Preisdiskrepanz im Sinne einer sozialen und grenzüberschreitenden Mobilität? Welche Schritte planen Sie, um diese Schieflage zu korrigieren? In Tschechien füllen sich die Züge, in Deutschland bleiben die Züge leer. Und die meisten Touristen reisen mit dem privaten Auto an, ein eindeutiges Systemversagen.

