Vor über 100 Jahren wurde in Bad Brambach die weltweit stärkste Radonquelle entdeckt. Zu jener Zeit wurde das «Bad Brambacher Mineralwasser» verkauft.
Das im Herzen des Vogtlands gelegene Bad Brambach ist ein Ort, an dem auf wohltuende Weise die Zeit gemächlicher voranzuschreiten scheint. Besonders merkt man das, wenn man ihn im Winter besucht. Während meiner Kur im benachbarten böhmischen Franzensbad (Františkovy Lázně) unternahm ich einen winterlichen Ausflug über die Grenze, um dieses traditionsreiche Staatsbad neu zu entdecken.
Die Geschichte: Von der Entdeckung zur Anerkennung
Schon vor über 100 Jahren wurde hier die weltweit stärkste Radonquelle, die Wettinquelle, entdeckt. Damals konzentrierte man sich zunächst auf den Verkauf des Bad Brambacher Mineralwassers. Offiziell erhielt der Ort die Anerkennung als Kurort und Heilbad erst 1949.
Ein Spaziergang durch das Gelände fühlt sich heute auch wie ein Blättern in einem Geschichtsbuch an: Auf dem Weg zu den Kliniken informieren Schautafeln (wie die Tafel zum 100-jährigen Jubiläum) über die bewegte Vergangenheit. Besonders faszinierend ist die Tatsache, dass Bad Brambach zwischen 1945 und 1957 der Sowjetarmee als Sanatorium diente. Für den damaligen Triumphbogen und das neue Quellenhaus der Eisenquelle im Jahr 1948 wurde sogar Marmor aus der ehemaligen Reichskanzlei Berlin verwendet.

Anreise-Tipp: Mit der Vogtlandbahn anreisen
Die Anreise mit der Vogtlandbahn ist denkbar entspannt. Wer den Bahnhof erreicht, sollte beachten, dass es ein kleiner Fußmarsch bis zum Kurgelände ist. Mein Tipp: Nutzen Sie mit Gepäck den Rufbus, falls Sie direkt ins Zentrum des Geschehens oder zu den Kliniken möchten.
Ich entschied mich für den rund 20-minütigen Fußweg. Vorbei am imposanten Gemeinschaftshaus und der Tourismusinformation führt der Weg sanft bergauf, während oberhalb majestätisch das rustikale Parkhotel thront. In der klaren Winterluft und inmitten verschneiter Wege wirkt der weitläufige Kurpark besonders friedlich.






Heilkraft und moderne Wellness
Heutzutage verfügt Bad Brambach über ein hochmodernes Kurwesen. Die Dr. Ebel Fachklinik (spezialisiert auf Rheumatologie, Orthopädie und Kardiologie) nutzt die Heilkraft des Radons, das schmerzlindernd und entzündungshemmend wirkt.
Doch nicht nur für Patienten ist gut gesorgt. Das Staatsbad hat massiv in Wellness investiert:
- Thermalbad: Eine großzügige Bade- und Saunalandschaft mit Whirlpool, Innen- und Außenschwimmbecken sowie Nackenduschen.
- Saunadorf: Ein gemütliches Ensemble mit Tepidarium, Dampfbad, finnischer Sauna und einer Kräutersauna im Außenbereich.
- Besonderheit: Ein Blick auf die aktuellen Tafeln zeigt spezielle Angebote wie Kälte-Wärme-Therapien mit Schneeraum oder Fango-Anwendungen.
Die Trinkkur im Quellhaus
Das Herzstück meines Besuchs war das Quellgebäude. Inmitten der eleganten Halle steht eine bronzene Figur einer Trinkenden, die die Gabe des Wassers symbolisiert. Hier können Gäste direkt aus drei verschiedenen Quellen schöpfen. Besonders gastfreundlich sind die Gläser, die kostenlos für Besucher bereitstehen. Ein ritueller Moment der Ruhe bietet der Genuss des mineralhaltigen Wassers direkt am Ursprung.



Kulinarischer Ausklang: Das Grenz-Café
Bevor es wieder zurück nach Franzensbad ging, kehrte ich im Grenz-Café ein. Die Wände sind hier lückenlos mit Plakaten verschiedenster Künstler geschmückt – von Ben Arnold bis Tom Gillam. Ein Ort mit Seele, der bei meinem Besuch bis auf den letzten Platz gefüllt war. Mein Eindruck war, dass es fast noch mehr solcher Orte bräuchte, an denen Kurgäste und Besucher zusammenkommen können. Denn Geselligkeit gehört irgendwie zum Heilungsprozess dazu.

Fazit
Ob für eine Radon-Therapie in der Fachklinik oder einen Tagesausflug in die Therme – Bad Brambach verbindet besonders im Winter seine 100-jährige Tradition mit moderner Erholung in einer Weise, die dem Körper und Geist gleichermaßen guttut.
In Bad Brambach findet sich auch ein Heimatmuseum. Überdies ist der nette Ort für seine Mineralquelle bekannt, die landesweit Mineralwasser anbietet.
Dr. Ebel Fachklinik für Rheumatologie, Orthopädie und Kardiologie;
Link Klinik Bad Brambach
Sächsische Staatsbäder
Badstrasse 47
D-08648 Bad Brambach
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